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Info zur geplanten Reform des Bundesverkehrsministers Herrn Schnieder:

 „Der Führerschein ist zu teuer und muss billiger werden.“

Als Inhaber einer Fahrschule in zweiter Generation, die mein Vater 1964 gründete, bin ich nun seit 35 Jahren in diesem Beruf tätig.  
Ich habe seitdem unzählige Geschichten von Führerscheinbesitzern gehört, die sich an ihre Ausbildung vor Jahren oder gar Jahrzehnten erinnern, wie „billig“ und schnell doch damals alles ging. 
Teilweise ist die Rede von 3-5 Fahrstunden, oder Auto und Motorrad zusammen unter 10. 

Dann kommt gerne die Frage auf, wie das denn heutzutage so sei?

Fast immer wird dabei vergessen, wie die allgemeine Preisentwicklung war und ist und die heutigen Gegebenheiten sind. 

Ich machte meinen Führerschein Mitte der 80er Jahre. Damals kostete ein neuer VW Golf rund 20.000 D-Mark, ein Liter Diesel unter einer D-Mark etwa 97 Pfennig. 
Mein Lehrlingsgehalt als Kfz-Mechaniker lag im zweiten Lehrjahr bei etwa 400 D-Mark.

Ich bin Musikfan und meine Lieblingsband ist 
AC/DC. Ich sah sie 1980 zum ersten Mal in der Münchener Olympiahalle. Ein Ticket für die 
Back in Black Tour kostete sagenhafte 19 DM.

Eine Kugel Eis hat in meiner Jugend ungefähr 30 Pfennig gekostet. 
Was kostete diese heute? Das Zehnfache?

Heute kostet ein VW Golf mit etwas Ausstattung etwa 40.000 €, Diesel lag gestern bei 1,70 € / Liter und ein AC/DC-Konzert kostete letztes Jahr satte 
150 €. 
Ein KFZ-Mechatroniker-Auszubildender verdient heute etwa um die 1.000 €.

Das Umrechnen in D-Mark sollten die Älteren unter uns ja noch wissen. 

Damals und heute?

Uns allen, bestimmt auch Bundesverkehrsminister Schnieder, würden noch viele andere Beispiele einfallen, wenn man auch mal über den Tellerrand hinausschauen würde.
Einmal schön essen gehen, ein Wocheneinkauf im Supermarkt, der Tagesskipass, die letzte Rechnung der Autowerkstatt oder ein Besuch auf dem Oktoberfest. 

Damals und heute?

Der Führerschein aber bleibt meist ein Leben lang in Erinnerung, und man erzählt gern, wie schnell und billig er damals war.  
Jeder, auch Bundesverkehrsminister Herr Schnieder, sollte fairerweise alle Punkte und Kosten vergleichen, nicht nur die einer Führerscheinausbildung.  

Damals und heute?

Vergessen wird auch oft das wesentlich geringere Verkehrsaufkommen damals und die heutige Situation auf unseren Straßen.  
Fahrschüler haben heute meist kaum Vorkenntnisse von Autos oder dem Straßenverkehr und sind durch Schule und Ausbildung zeitlich ziemlich eingeschränkt.  Das Interesse an der Führerscheinausbildung ist oft Nebensache und die Motivation hält sich teilweise auch in Grenzen. 

Vor 25 Jahren brauchte ein Fahrschüler im Durchschnitt etwa 20 Fahrstunden. Heute sind es mindestens doppelt so viele - mit steigender Tendenz. Der Straßenverkehr ist komplexer geworden, dichter, schneller, anspruchsvoller. Die Verantwortung größer. Und genau deshalb ist diese Intensität der Ausbildung nicht übertrieben, sondern notwendig und begründet.

Auch wir Fahrschulen wollen einen reibungslosen Ablauf und faire Preise.  

Niemand fordert, dass Netflix billiger werden muss. Niemand verlangt staatlich gedeckelte Friseurpreise. Niemand ruft nach einem „Kaffee-Kostensenkungsprogramm". Aber ausgerechnet die Fahrausbildung soll politisch zurechtgestutzt werden?
Damals wie heute - gute drei Monatsgehälter: 1996 kostete der Führerschein rund drei Azubi-Monatslöhne. Heute ebenfalls rund drei. Relativ hat sich kaum etwas verändert. Was sich verändert hat, sind:
+35 % Fahrzeugkosten
+58 % Personalkosten
+24,8 % Preisindex Verkehr

Die Kosten für einen Führerschein enthalten unter anderem:

 ⁃ * 19 % Mehrwertsteuer
 ⁃ * Gewerbe- oder Einkommensteuer
 ⁃ * Krankenkasse
 ⁃ * Rentenbeiträge
 ⁃ * Lohn für Angestellte
 ⁃ * Sozialabgaben
 ⁃ * Leasingraten / sonstige Kosten Auto
 ⁃ * Miete Fahrschule 
 ⁃ * Werkstatt / Inspektionskosten
 ⁃ * Spritkosten
 ⁃ * Versicherungen
 ⁃ * Steuerberater 
 ⁃ * Rücklagen etc.

Dem Fahrschulinhaber sollte wohlmöglich auch noch ein Verdienst bleiben, welches einem selbstständigen Unternehmer mit nicht gerade geringer Verantwortung gerecht wird. 

Ich könnte jetzt hier auch noch ein Preisbeispiel mit einer einzelne Fahrstunden aufführen und all diese Posten runter rechnen. 
Was übrig bleibt könnten wir dann mit einem reinen Stundenlohn einer anderen Berufsgruppe vergleichen. 
Fahrstunde zu teuer ? Wirklich ?

Nun hat Bundesverkehrsminister Herr Schnieder 
einige, teilweise gravierende Erneuerungen medienwirksam vorgeschlagen, die den Führerschein einfacher und vor allem billiger machen sollen.
Diese müssen im Übrigen erst einmal durch die Instanzen und dann in Gesetzesform gebracht werden. 

Hier nur ein paar seiner Vorschläge.

 ⁃ Laienausbildung mit Eltern mit eigenem Auto
 ⁃ Reduzierung der 12 Sonderfahrten auf nur noch 3 
 - Theorieunterricht als App oder Online
 ⁃ Fahrsimulatoren einsetzten
 
Wir Fahrschulen sind immer bereit positiv mitzuwirken und sinnvolle Erneuerungen umzusetzen, doch bei einigen dieser Vorschläge bestehen doch erhebliche Zweifel.

Niemand wird überraschend 18.
Planbar. Vorhersehbar. Meistens auch machbar.
Eltern erhalten 259 € Kindergeld im Monat - 3.108 € im Jahr.
Ein Jahr staatliche Unterstützung deckt die Ausbildung nahezu ab und die Fahrausbildung ist noch der kleinste Posten in der gesamten Mobilitätskette.



CRASH-KURSE THEORIE 

Wir bieten zwar keine CRASH-KURSE an,
aber erfahrungsgemäß dauert die komplette

AUSBILDUNG (Theorie & Praxis) auch nicht länger und Sie bekommen regelmäßig Fahrstunden, außerdem haben wir ausreichend Prüfungsplätze zur Verfügung.